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Pädagogik
Die sechs Zwillingsbeziehungstypen

Einheitsidentität
Zwillingspaare mit "Einheits-Identität" haben Aspekte ihrer Persönlichkeiten miteinander verschmolzen und eine gemeinsame Identität. Darunter versteht man, dass ihre "Ichs" als eines funktionieren. Entweder ist jeder Zwilling nur die Hälfte einer Persönlichkeit oder beide Zwillinge müssen alles in der gleichen Weise tun. Dieses Beziehungsmuster ist vor allem unter eineiigen Zwillingspaaren und bis zum Alter von ca. fünf Jahren anzutreffen. Diese Paare sprechen von sich selbst als "wir", es fällt lange Zeit schwer, die "Ich-Form" anzuwenden. Darüber hinaus kleiden sie sich gleich und haben gleiche Vorlieben.

wechselseitig abhängige Identität
Zwillinge, deren Identitäten voneinander abhängen, sind ihr ganzes Leben lang die "besten KameradInnen" oder die vertrauensvollsten FreundInnen. Ihre Leben sind derartig miteinander verwoben, dass sie sehr nahe beieinander leben und täglich miteinander kommunizieren können. Obwohl sie unterschiedliche Berufe und Interessen haben können, sind diese Zwillingspaare primäre Quelle ihrer emotionalen Unterstützung. Diese Zwillingsgeschwister behaupten, dass die Zwillingspaarbeziehung die intimste Beziehung ihres Lebens ist.

Spaltungsidentität
Wenn die Identität der Zwillingsgeschwister hauptsächlich über gegensätzliche Selbst-Bilder definiert wird, spricht man von "gespaltener Identität". In dieser Beziehungsform wird einem Zwillingsgeschwister bewusst oder unbewusst eine bestimmte Rolle zugeteilt. Die Eltern bezeichnen das eine als "gut", das andere als "schlecht", das eine als "brav" und das andere als "schlimm". Über diese gegensätzlichen Zuschreibungen definieren die beiden Geschwister ihre Identität.

Idealisierende Identität
Zwillinge, die ihre Beziehung idealisieren, sehen die Existenz der Zwillingspartnerschaft als den bedeutendsten Aspekt in ihrem Leben. Sie glauben, dass es etwas Besonderes ist, ein Zwilling zu sein, und geben dieser Beziehung einen höheren Stellenwert als jeder anderen in ihrem Leben. Vor allem die positiven Seiten des Zwillingseins werden hervorgehoben, negative werden beiseite geschoben. Solche Geschwister idealisieren zwar ihre Beziehung zueinander, sind oft aber nicht wirklich zufrieden, da es ihnen an Offenheit und Intimität mangelt. Trennung und Konflikte verursachen häufig grosse Unruhe.

Konkurrenz-Identität
Zwillinge mit "konkurrierender Identität" konzentrieren sich auf Rivalität und setzen einander bewusst oder unbewusst hohe Standards. Die Beziehung zwischen den Zwillingsgeschwistern basiert auf der Suche nach sich selbst, sie wünschen, all das zu erreichen, was das Geschwister hat und streben nach grösseren Leistungen. Daher sind "konkurrierende Zwillinge" oft sehr erfolgreich im Beruf, da es ihnen grossen Spass macht, die gegenseitigen Talente zu fördern. Dieser Gruppe von Zwillingen fällt es leicht, eine individuelle Persönlichkeit zu entwickeln und sich klar vom Partner/ von der Partnerin abzugrenzen. Trotzdem bleibt die Beziehung zum Geschwister nahe und auf Dauer.

Geschwister-Identität
Pärchenzwillinge werden jenem Beziehungstyp zugeordnet, der dem von "normalen" Geschwistern am nächsten ist und daher auch "Geschwister-Attachment-Identität" genannt wird. Alleine der Geschlechtsunterschied ermöglicht es ihnen, getrennte Identitäten zu entwickeln. Der Grad der Nähe ihrer Beziehung variiert zwischen den einzelnen Paaren sehr unterschiedlich. Manche haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und fühlen sich entfremdet, andere wiederum sind sich sehr nahe.

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Thema 6