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Mythen
Um Zwillinge ranken sich jahrhundertealte Mythen und Legenden.
So verwundert überhaupt nicht, dass bereits unsere Vorfahren
die doppelten Menschen kultmäßig behandelten, ihnen
besondere Fähigkeiten zuschrieben und daher geradezu vergötterten.
Zwillinge waren Götter oder Teufel, Herrscher oder Unterdrückte,
Stellvertreter des Guten wie Bösen. Besonders in der Antike
sprach man von einem ausgeprägten Zwillingskult. Osiris,
Herrscher des Totenreichs, war die zentrale Gottfigur in Altägypten,
war Zwillingsbruder und bereits im Mutterschoß Gatte der
göttlichen Isis. Aber auch solche bekannten Figuren der Sagenwelt
wie Kastor und Pollux, Romulus und Remus waren von ihrer Gestalt
her Zwillinge.
Eineiige Zwillinge und ihr Leben sind heute noch genauso faszinierend
wie früher. Auch heute gelten eineiige Zwillinge als etwas
Besonderes, weil sie sich so sehr ähneln. Heute ist man weitestgehend
über das Phänomen der eineiigen Zwillinge aufgeklärt.
Damals gab es diese Erkenntnisse von heute nicht. Deshalb ist
die Geschichte von eineiigen Zwillingen eine Geschichte von Mythologie,
Aberglauben, Missverständnissen und gewaltsamen Tod. Die
Faszination ist heute noch geblieben, alles andere eigentlich
nicht(?).
Bei vielen Völkern der Erde waren Zwillinge etwas Übernatürliches,
oft spielte Aberglaube eine schlimme Rolle. Da der Aberglaube
immer aus Unwissenheit entstand und auch weiterhin entsteht und
man wenig über Genetik wusste, entstanden also Mythen, Sagen
und Legenden über Zwillinge.
„Berühmte“ Zwillingspaare gibt es in vielen Kulturen.
Dabei spielten sie oft die Rolle vom Guten und vom Bösen.
Der Pfad des Guten und der Pfad des Bösen beginnen an der
gleichen Wegkreuzung (Geburt), ohne Licht gibt es keinen Schatten,
ohne das Böse gibt es nicht das Gute. Bei den christlichen
Häretikern des Mittelalters führte solcher Glauben zu
der Ansicht, Gott und Teufel seien
Zwillingsbrüder.
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Zwillinge waren in vielen Zeitaltern und Ländern etwas Spektakuläres.
Bei einigen Völkern wurden sie verehrt, bei anderen Völkern
fürchtete man sich jedoch vor ihnen. In einigen Regionen
des europäischen Mittelalter und auch später waren Zwillinge
z.B. ein Akt des Teufels oder Dämonen. Es galt die Meinung,
dass ein Mann nur 1 Kind zeugen kann und deshalb bei der Geburt
von Zwillingen übernatürliche Kräfte am Werk sein
mussten.
Eine der berühmtesten Zwillingspaare waren Romulus und Remus,
Söhne des Kriegsgottes Mars, welche von Wölfen aufgezogen
wurden. Romulus erschlug seinen Bruder Remus und gründete
später Rom.
Wenn Zwillinge überhaupt verehrt wurden, dann nur im Zusammenhang
mit Göttern, Geistern oder Schöpfungswesen. Oft werden
Zwillinge als Götter erwähnt, von denen der eine das
Gute, z.B. Licht, und der andere das Böse, die Finsternis
verkörperte.
Gerade in der griechischen Mythologie gab es viele Zwillingspaare
die Götter oder Halbgötter waren. Polydeukes und Kastor
die Zwillingsgötter des Morgen- und Abendsterns, wurden gleichzeitig
aus dem Schoß Ledas oder Latronas, in der griechischen Mythologie
die Urmutter des Welteneis, geboren.
Amerikanische Indianer erzählen, der Weiße Manitu,
der Herr des Lebens, und der Schwarze Manitu, der Herr des Todes,
seien Zwillinge. Beide wurden gleichzeitig von der Mondgöttin
geboren, der sogenannten Alten Frau, die niemals stirbt.
Bei einigen Familien der Plains-Indianer war es z.B. eine Schande
Zwillinge zu bekommen und eins von den Kindern wurde ausgesetzt.
Andererseits brachten die Dakotas ihren Zwillingen großen
Respekt entgegen, denn sie sahen in ihnen Glücksbringer.
Bei den Hopi z.B. spielten Zwillingsbrüder in der Schöpfungsgeschichte
eine wichtige Rolle. Andere indianische Völker sahen in Zwillingen
etwas Besonderes, deshalb wurden sie zu Häuptlingen oder
Medizinmänner erzogen.
Über das Verhalten der Zwillinge zueinander erzählen
jedoch wenige Legenden oder Mythen. Meistens nur wenn das Verhalten
der beiden stark voneinander abwich, der eine gut, der andere
böse.
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