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Klonen
"Klonen" gibt es auch beim Menschen: Zwillinge und Mehrlingen sind genetisch betrachtet identische Kopien von Menschen. Unmittelbar nach der Befruchtung beginnt sich die Eizelle zu teilen. Aus einer werden zwei, dann vier, acht usw.... In seltenen Fällen ist es nun so, dass die zweigeteilte Zelle auseinander fällt. Also in diesem sehr frühen Stadium funktioniert das Prinzip der Stecklingsvernehrung, wie man es bei Pflanzen kennt: Wenn man die Zellen eines Embryos in einem sehr frühen Stadium voneinander trennt, dann entstehen Mehrlinge. Aber und das ist der Unterschied zu den Pflanzen bei achtzelligen Wesen ist Schluss. Achtlinge sind das Maximum, denn danach schienen die Zellen sich so zu spezialisieren, dass ein Neubeginn ausgeschlossen schien.
Wenn man den Wissenschaftlern Glauben schenkt, dann ist der geklonte Mensch bereits heute machbar. Ein Jahr nach der Geburt des Klonschafs Dolly sind viele andere Nutztierarten erfolgreich kopiert worden: Kühe, Ziegen, Mäuse - und bei Pflanzen ist die Technik sowieso schon längst gang und gäbe. Der erste menschliche Klon wird sicherlich nicht in Deutschland, auch nicht in Europa entstehen - dafür gibt es das Embryonenschutzgesetz und einen starken Widerstand in der Bevölkerung. In USA hingegen ist die Kontrolle wissenschaftlicher Aktivitäten durchlässiger: Es gibt unzählige Kliniken, die ihren Kunden gegen die entsprechende Summe fast jeden Wunsch erfüllen. Vielleicht auch den Wunsch nach dem einen eigenen Kind. Die Forscher werden schon wissen, was sie tun, sagen auch die Japaner. Dort wurde in diesen Monaten das Klonen von Kälbern und Mäusen perfektioniert. Und der nächste Schritt?


Seit südkoreanische Forscher Anfang 2004 weltweit erstmals Stammzellen aus einem geklonten Embryo gewinnen konnten, scheint der Traum vom Baukasten Mensch näher zu rücken. Mit Hilfe des sogenannten therapeutischen Klonens hoffen Forscher in aller Welt, Gewebe mit passenden Erbmerkmalen zu gewinnen, das nicht vom Patienten abgestoßen wird. So wollen sie Krankheiten wie Parkinson oder Diabetes heilen.
Gleichzeitig haben die Nachrichten aus Korea die Klon-Debatte neu entfacht. Die meisten Politiker fordern ein totales Klon-Verbot. Viele Wissenschaftler äußern sich interessiert an einem universellen menschlichen Ersatzteillager. Der Rest der Bevölkerung fragt sich: Was sind eigentlich embryonale Stammzellen und warum sind sie so begehrt? Und worin unterschieden sich therapeutisches und reproduktives Klonen?
Die Züchtung eines kompletten "Designer-Menschen", also eines identischen Klons, ist bisher noch eine Vision – auch wenn die Sekte der Raelianer oder der italienische Gynäkologe Severino Antonori behaupten, es gäbe heute bereits Klonbabys. Theoretisch ist Klonen einfach. Doch bei Tieren hat man gesehen, dass das Reproduzieren identischer Nachkommen nicht so glatt läuft, wie Forscher es wünschen. So brauchten die Forscher im Fall des Klon-Schafes Dolly 277 Versuche und 13 Leihmütter: 1996 schließlich klappte es und Dolly kam als erstes geklontes Säugetier zur Welt. Doch bereits im Februar 2004 musste das Tier viel zu jung eingeschläfert werden.

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